Digitalisierung ist kein Selbstzweck – sie braucht verlässliche Strukturen, tragfähige Finanzierungsmodelle und politischen Rückhalt. Das wurde im Auftaktmeeting der neuen Caritas-Initiative „Refinanzierung Digitalisierung“ deutlich. 27 Digitalisierungsfachpersonen aus verschiedenen Diözesan- und Ortsverbänden sowie Fachreferaten der Caritas trafen sich digital, um Wege und Ansätze für die nachhaltige Finanzierung digitaler Transformation in der sozialen Arbeit zu diskutieren. 

Am Ende stand eine lange Liste von Ideen, Erfolgsbeispielen und konkreten Hinweisen – die wichtigsten Tipps und Ansatzpunkte gleich vorweg: 

Komplexität und strukturelle Hürden 

Warum das Thema so schwierig ist, wurde schnell klar: die Rahmenbedingungen sind hochkomplex. Unterschiedliche gesetzliche Grundlagen auf Bundes- und Landesebene, verschiedene Zuständigkeiten in Ministerien und Finanzierungslogiken, unterschiedliche Verhandlungskulturen und wirtschaftliche Ausgangslagen – all das erschwert eine einheitliche Strategie. 

Die Diskussion verdeutlichte, dass Digitalisierung oft quer durch bestehende Finanzierungssysteme läuft, hier einige aufgegriffene Punkte. 

Chancen und politische Notwendigkeiten 

Neben allen Schwierigkeiten war die Runde sich einig: Der demografische Wandel macht Digitalisierung nicht nur wünschenswert, sondern zwingend notwendig. Lösungen mit Künstlicher Intelligenz oder smarter Prozessautomatisierung können bis zu 10% Effizienzgewinne bringen – Potenziale, ohne die Fachkräftemangel und alternde Belegschaften kaum bewältigbar sind. Gerade deshalb brauche es ein starkes politisches Signal: Digitalisierung ersetzt keine Menschen, sie sichert Versorgung. Dafür braucht es eine nachhaltige Regelfinanzierung in sämtlichen Angeboten sozialer Dienstleistungen.  

Fazit: Gemeinsam in die Praxis 

Das Austauschformat soll im Jahr 2026 fortgesetzt werden – mit dem Ziel, gute Beispiele zu dokumentieren, Finanzierungsmodelle zu vergleichen und gemeinsame Positionen für kommende Verhandlungen zu erarbeiten. Digitalisierung kann nur gelingen, wenn sie dauerhaft finanziert wird. Wer mehr erfahren möchte, kann sich gern direkt bei Claudia Neuz (claudia.neuz@caritas.de) melden. 

Stephanie Agethen / Claudia Neuz